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Sport, Politik und Gesellschaft


Verantwortung übernehmen

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Sports sind in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen: Verbände gestalten politische Entscheidungen mit, Sportvereine sind zu Wirtschaftsunternehmen geworden und internationale Sportveranstaltungen zu globalen Massenevents. Wachsender Einfluss erfordert jedoch auch, das eigene Selbstverständnis und Handeln zu reflektieren und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Die Welt des Sports macht oft den Eindruck, blind zu sein für gesellschaftliche Veränderungen. Die Grundlagen und Werte des modernen Sports, an denen sich die Akteure bis heute orientieren, entstanden im 19. Jahrhundert. In nationalen und internationalen Sportverbänden und -organisationen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ideen wie Transparenz und demokratische Mitbestimmung sind unbekannte Größen, überwunden geglaubte Erscheinungen wie Nationalismus oder Elitarismus werden augenzwinkernd toleriert, Homophobie oder Rassismus verschämt ignoriert.

Hinzu kommen hausgemachte Phänomene wie Korruption oder Amtsmissbrauch, Doping oder Leistungsdruck, Gehälterexplosion oder Wettbetrug – einzelne Verbände, Vereine, Firmen, Agenten oder Athleten handeln ohne Rücksicht auf Gesetz und Gewissen. Der Sport ist zu einem geschlossenen System mit eigenen Regeln geworden, das sich selber kontrolliert und kritisches Denken nicht vorsieht. Die handlungsleitenden Vokabeln lauten Erfolg, Gewinn und Leistung – verpackt in einem medialen Wohlfühlprogramm.

Gesellschaftliche Verantwortung durch Standards und Transparenz

Diese Entwicklungen wären weniger schlimm, würde der Sport nicht eine enorme symbolische, emotionale, wirtschaftliche und zunehmend politische Bedeutung haben. Betrachtet man den Sport allerdings aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive, entbehrt seine oft beanspruchte Sonderrolle jeder Grundlage. Die Glaubwürdigkeit und die zentralen Werte des Sports halten einer kritischen Betrachtung nicht Stand. Um seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, braucht es daher klare Standards, mehr Transparenz und eine unabhängige Kontrolle von außen – zum Wohle des Sports und der Gesellschaft.

In Kooperation mit kompetenten nationalen und internationalen Partnern widmet sich PLAY!YA verschiedenen Themen im Bereich Sport und gesellschaftliche Verantwortung. Dadurch soll ein Beitrag geleistet werden, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports in politisch und sozial verantwortliches Handeln umzusetzen.